Archiv für den Monat Juni 2016

Neuland in der Wildenkuhle

Am letzten Samstag war eine Forschergruppe des AKKH in die erst kürzlich entdeckte Wildenkuhle in Kirspe zu Vermessungsarbeiten aufgebrochen. Der Forscherdrang führte dann jedoch an einer bislang nicht bezwungenen Stelle zur Entdeckung weiteren Neulands. Die neuen Höhlenteile sind stark versintert, so dass nur mit großer Vorsicht befahren werden kann.

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Glasklarer Sinter, der ganze Bereiche überzieht. Foto: Andreas Nau

 

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Foto: Andreas Nau

Einige Gänge wurden mit Rücksicht auf den Höhlenschmuck zunächst nicht weiter befahren. Es sind in der nächsten Zeit also noch weitere Entdeckungen zu erwarten.

 

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Verlehmte Schlaze und unberührter Sinter erfordern die ganze Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit der Höhlenforscher.  Foto: Andreas Nau

Löwenspring, Unter-Wasser Forschung

Nachdem am 13. November 2015 der renaturierte „Löwenspring“ feierlich eingeweiht wurde (siehe zugehöriger Bericht), begann die Erforschung der Hauptquelle durch Höhlentaucher des AKKH.

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Die Panoramaansicht zeigt rechts die Hauptquelle (als Fotomontage) und etwas links der Mitte die unbetauchbar kleine Nebenquelle. In mehrstündiger Unterwasser-Arbeit gelang es im Dezember, den Eingang der Hauptquelle so weit freizuräumen, dass ein Taucher hineinpasst und auch wieder gut heraus kommt (was natürlich noch viel wichtiger ist).

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Hinter dem Eingang befand sich zur großen Überraschung der Taucher aber erst einmal keine Quelle sondern nur ein scheinbar endlos langer Stollen, der fast bis zur Decke mit Sediment aufgefüllt war. Nur im Deckenbereich floss das Quellwasser mit einer beachtlichen Strömungsgeschwindigkeit.

In mehreren Tauchaktionen gelang es, Meter für Meter, das Sediment aufzugraben und durch die Strömung aus dem Gang herausspülen zu lassen. So konnte der Stollen auf eine Länge von 30m freigegraben werden. Lästig bei diesen Tauchgängen war, neben einer ungemütlich kalten Wassertemperatur von 10°C, dass man in dem knapp 60 cm breiten und ähnlich hohem Gang nicht wenden kann.

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Im Bild kann man neben der linken Druckluftflasche erkennen, dass der Gang im unteren Bereich eine hellere, bräunliche Wandfarbe hat und im oberen Bereich fast schwarz ist. Dies zeigt die Höhe der freigegrabenen Schlammfüllung an.

Nach 30m endet der Gang in einer etwas größeren Kammer, mit Abmessungen von 1,15m Breite, 1,80m Länge und einer Höhe von 1,50m. Im hinteren Drittel befindet sich im Boden die eigentliche Quelle. Bei niedrigem Wasserstand bildet sich an der Decke eine 5-10 cm hohe Luftblase. Hier können die Taucher, mit etwas Geschick, gemeinsam auftauchen und sich kurz besprechen, wie weiter gearbeitet werden soll.

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Wenn man bedenkt, dass diese Quellkammer vor dem Jahr 1850 gebaut wurde und dann darüber ein ca. 20m hoher Bahndamm aufgeschüttet wurde, ist die Decke in einem beeindruckend guten Zustand!

Gang und Quellkammer wurden vermessen und dokumentiert. Bei den beengten Platzverhältnissen war das nicht einfach, die Bedingungen unter Wasser haben es wirklich spannend gemacht.

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Zum Abschluss folgt hier noch ein Blick aus dem Gang in die Quellkammer und ein Blick von oben senkrecht in die Quelle.

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Neben der historischen Bedeutung des Stollens ist er auch unter biologischen Aspekten sehr interessant: Es finden sich hier sehr viele Wassertiere, von Insektenlarven über typische Quellbewohner bis hin zu Höhlentieren. Häufige Funde sind z.B. Bachflohkrebse (Gammarus), Höhlenwasserasseln (Proasellus), Strudelwürmer (Dugesia), Ringelwürmer (Oligochaeta), Quellschnecken (Bythinella), Quellerbsmuscheln (Pisidium), Köcherfliegenlarven (Trichoptera), Schneckenegel (Glossiphonia), Höhlenflohkrebse (Niphargus) und Steinfliegenlarven (Plecoptera). Regelmäßig begleitet uns bei den Tauchgängen auch eine Forelle, die dann meist in der Quelle abwartet bis wir wieder verschwinden.

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Das Ergebnis der Vermessung ist als interaktives 3D-Modell unter dem folgenden Link zu sehen (Hinweis: das Laden kann etwas länger dauern!):

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