Archiv für den Monat Oktober 2016

Höhle in Rittershausen gesichert

Die vor 2 Wochen geöffnete Höhle in einem alten Steinbruch in Wuppertal-Rittershausen wurde am letzten Samstag mit einem Höhlentor gesichert und verschlossen.

Gerne hätten die Höhlenforschers des AKKH sich dort weiter der Suche nach Fortsetzungen gewidmet. Doch das muss bis zum nächsten Mal warten, denn zunächst Stand die Sicherung der Höhle auf dem Programm.

Damit auf einem soliden Fundament gegründet wird, musste erst noch Lehm gefördert werden, um den Fels freizulegen. Darüber wurden einige Lagen Ziegel aufgemauert, bevor das eigentliche Ennepetaler Höhlentor gesetzt werden konnte. Dieses wurde rundherum vermauert. Auch von innen musste die Vermörtelung erfolgen, bevor oberhalb noch Kalksteine vermauert wurden. Für Fledermäuse, die sich zukünftig möglicherweise für die Höhle interessieren, verbleibt eine Einflugsöffnung.

Was sich so leicht anhört, beschäftigte schon eine ganze Schicht lang bis zum Abend. Eine weitere von über einhundert vom AKKH verschlossenen Höhlen.

 

Neuentdeckung und Umweltschutz in Wuppertal

Der Umwelt- und Naturschutz genießt bei den Höhlenforschern einen hohen Stellenwert. Dass dies gut mit der größten Leidenschaft – der Suche nach neuen Höhlen – zusammenpasst, konnten die Mitglieder des AKKH am letzten Samstag wieder beweisen. Am Fuße eines unter Naturschutz stehenenden, alten Kalksteinbruches im Wuppertaler Stadtteil Rittershausen erfolgte durch großes Engagement zahlreicher Mitglieder die Entmüllung und Renaturisierung des Geländes. Hier war es in zurückliegenden Jahrzehnten zu „wilden Besiedlungen“ und der Entsorgung von Müll gekommen.

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Auch vor der Ziegenhöhle war der Müll verteilt. Foto: M. Herrmann

In der Ziegenhöhle (der bislang einzigen dort bekannten Höhle) hatte bereits am Freitag im Rahmen eines aus Naturschutzmitteln finanzierten Projektes, eine Firma die Säuberung und Sicherung sowie den Einbau eines Höhlentors übernommen.

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Blick aus der Ziegenhöhle durch das offene Höhlentor. Foto: U. Brämer

In zwei bereitgestellten Containern wurde durch die AKKH-Mitglieder der gesammelte Müll entsorgt. Am Ende des Tages waren die 17 m³ Inhalt voll gefüllt mit Abfällen aller Art.

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Viel Handarbeit war nötig, … Foto: G. Lintl
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… um 17 m³ Müll in die Container zu füllen. Foto: U. Brämer

Einem alten Bericht zufolge sollte eine weitere Höhle am Felshang existieren. Somit wurde die Durchforstung der Sedimente nach Abfällen mit der Höhlensuche verbunden. Der zur Verfügung stehende Bagger lieferte dabei wertvolle Dienste.

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Und plötzlich tut sich die Erde auf. Foto: U. Brämer

Tatsächlich konnte schließlich einige Meter südlich der Ziegenhöhle in der selben Schichtfuge der Zugang zu einer weiteren Höhle freigelegt werden.

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Die Höhlenforscher warten gespannt darauf, … Foto: U. Brämer
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… dass der „Indiana Jones des Sauerlandes“ den Weg in die Höhle ebnet. Foto: A. Nau

Neben eines schmalen Ganges in Kluftrichtung verläuft auch in dieser Höhle etwa rechtwinkelig dazu ein Höhlengang in der Schichtfuge. Derzeit hat die Höhle eine Länge von ca. 10 m und muss noch weiter erforscht werden. Dabei ist jetzt schon klar, dass die Neuentdeckung eigentlich eine Wiederentdeckung ist. Denn eine alte Abwasserleitung, welche vermutlich Niederschlagswasser ableiten sollte, reichte bis in die Höhle hinein.

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Blick in den Schichtfugengang. Foto. M. Herrmann

 

Blätterhöhle – Grabungen gehen weiter

Auch nach 10 Jahren archäologischer Forschungen gehen im nächsten Jahr die Grabungen an und in der Blätterhöhle in Hagen weiter. Am letzten Freitag, den 30.09.16, veranstaltete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) dazu an der Höhle eine Pressekonferenz. Pressemitteilung: http://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=40165

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Auch der AKKH war mit Lothar Kruse und Günter Lintl am Freitag vor Ort.

Die umfangreichen Erkenntisse aus der Blätterhöhle wären allerdings nie möglich gewesen, wenn die Höhlenforscher des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V. im Jahr 2004 nicht so beharrlich geblieben wären. Denn zunächst hatten die zuständigen Stellen abgewunken und die Bedeutung der Funde nicht erkannt. Genauere Untersuchungen der Knochen lieferten dann den Beweis und lösten die bis heute laufenden archäologischen Grabungen aus.

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Lothar Kruse (2.v.l.) vom AKKH und der langjährige Projektleiter Dr. Jörg Orschiedt (rechts) Fotos: Günter Lintl