Archiv der Kategorie: Forschungsbericht

Neuer Durchbruch in der Ziegenburghöhle I

Bis vor einigen Wochen konzentrierten sich die Forschungsaktivitäten der Höhlenforscher vom AKKH auf die Ziegenburghöhle III, wo versuchte wurde, den großen Versturzbereich zu umgraben. Wie sich herausstellte, ist die Versturzzone jedoch ausgedehnter als dies erhofft und von außen zu erkennen war. So rückte wieder die Ziegenburghöhle I in den Blickpunkt. Die stark bewetterte Fortsetzung mit einem Luftraum von meist kaum mehr als einigen Zentimetern Höhe musste allerdings in mehreren Einsätzen zunächst auf etlichen Metern ausgegraben werden.

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Eine letzte Lehmbank, dann wird es spannend.

Am Samstag, den 4. November, trennte nur noch eine letzte Lehmbank die Höhlenforscher von einer bereits einsehbaren kleinen „Halle“.  Hier endet der Gang in einem mächtigen, kreuzenden Quergang, dessen gesamte Breite nicht leicht zu erkennen ist.

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Dort, wo der Gang sich mit dem großen Quergang kreuzt, ist ein Hohlraum im Lehm geblieben.

Eine Orientierung liefert die Kluft an der Decke, die aufwärts Richtung SSO zieht. Zunächst ist der Luftraum dort nur Zentimeter groß.

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Der kleine Hohlraum – etwa 4 x 4 m groß – mit dem noch ungestörten Lehm.

Nach einer kurzen Grabung konnte in einen größeren Raum von etwa 5 x 10 m vorgestoßen werden, der die gesamte Breite des Ganges erkennen lässt.

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Blick entlang der Kluft vom kleinen in den großen Raum.
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Wie es im Hardtberg meist zu finden ist, bildet der Sandstein die Höhlendecke. Von der hier gut sichtbaren Kluft aus hat sich der Kalkstein darunter komplett aufgelöst.

Ein breiter Gang birgt auch immer die Gefahr, dass die Decke – wie hier aus Sandstein – nicht dauerhaft erhalten bleibt. So sind im neuen Gang an der rechten Kluftseite Teile der ursprünglichen Decke am Boden zu finden. Und so ist nach dem Versturz wieder vor dem Versturz. An einigen Stellen des Gangs sieht es aus als könnte es weiter gehen – jedoch nicht ohne Mühen. Durch eine weitgehende Parität von Höhlen- und Außentemperatur konnte der sonst starke Höhlenwind diesmal nicht weiter verfolgt werden.

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An der Decke und am Boden hat das Wasser zum Teil erstaunliche Lehmformen hinterlassen.

 

Großhöhle in der Attendorner Kalkmulde

Die Forschungsarbeiten in der Wasserhöhle in der Attendorner Kalkmulde wurden seit dem letzten Bericht (Höhlentauchgang Attendorn) sehr erfolgreich fortgeführt.

Mit der Vermessung von bisher 528m Ganglänge, Stand 14.05.2017, ist die Höhle offiziell eine Großhöhle!

Dazu wurden seit dem 03.12.2016 bisher insgesamt 9 Befahrungen durchgeführt. Nach einer Winterpause – bedingt durch Wassertemperaturen von 6°C, leichtes Hochwasser und sehr trübes Wasser mit Sichtweiten von ca. 20cm – wird seit April wieder aktiv an der Erkundung gearbeitet. Dabei konnte der unterirdische Bachlauf auf eine Strecke von 160m in den Berg verfolgt werden. Bis dahin müssen 13 teilweise extrem enge Siphone durchtaucht werden. Auf dem Weg in die Höhle ist es nicht einfach mit der ganzen Ausrüstung durch diese Engstellen zu tauchen. Auf dem Rückweg wird es deutlich schwieriger, da selbst der führende Taucher durch aufgewirbelten Lehm kaum noch etwas sehen kann.

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„Gute“ Sicht beim Tauchen auf dem Hinweg

Begünstigt durch die angenehmere Wassertemperatur von zur Zeit 9°C konnten jetzt große Teile der Höhle vermessen werden. Der Höhlenbach folgt bis ca. 85m einem niedrigen Gang, unterbrochen von 6 Siphonen und zwei größeren Kammern bei 12m und 25m. Ab 85m führen Abzweige aus dem Wasser in Trockenbereiche. Schon im niedrigen Bachgang sind einige schöne Sinterformationen, teils als Excentriques, zu finden. In den Trockenbereichen ist die Sinterbildung deutlich stärker ausgeprägt.

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Bachgang, mit typischer Deckenhöhe

Ab 95m erreicht der Bachgang eine Deckenhöhe von über 10m und erweitert sich zu einer großen Halle mit beeindruckenden Sinterformationen. Dahinter führt der Bachgang mit allgemein niedriger Deckenhöhe durch weitere Siphone. Ab hier ist er meist von Trockengängen überlagert. Einige der Tauchstellen können daher auch trocken umgangen werden. Dies ist aber (bisher ?) nicht überall möglich.

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Sinterhalle, bei 110m

Im Bereich der letzten zwei Siphone, S-12 und S-13 bei 140m bis 160m des Bachgangs, wurde jetzt eine trockene Umgehung mittels einer Drahtseilleiter eingebaut. Diese Siphone sind aufgrund ihrer Enge für den Rückweg problematisch. Jetzt können sie notfalls umgangen werden. Schon auf dem Hinweg hatten wir hier einige Materialschäden und Verluste von Ausrüstung zu beklagen.

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Umgehung von Siphon 12 und 13, Schacht mit Drahtseilleiter

Der Bachgang endet zur Zeit in einer Pool-Halle bei 160m Hauptgang-Länge. In diesen Pool fließt frisches Wasser nach, aber bisher konnte keine passierbare Fortsetzung gefunden werden. Durch die recht große Wassertiefe von über 3m ist hier die Strömungsgeschwindigkeit sehr gering. Aufgewirbelter Lehm verteilt sich schnell und trübt die Sicht komplett ein. Durch Tasten konnte ein weiterführender Gang gefunden werden, der erstaunlicherweise steil nach unten führt, auf eine aktuelle Maximaltiefe von 8,9m. Die Gangrichtung konnte leider nicht ertastet werden 🙂

Die Pool-Halle hat eine Deckenhöhe von ca. 10m und erlaubt über eine Lehmrutsche den Weg aus dem Wasser. Dieser Weg führt gewunden steil nach oben. Bis zu einer Höhe von 8m kann man noch das Wasser sehen. Danach verlagert sich der Aufstieg seitlich und führt durch beeindruckende Tropfsteinbereiche steil weiter nach oben, auf ca. 25m über den Wasserspiegel.

Hier, am höchsten bisher gefundenen Punkt, erreicht man eine größere Kammer, deren Decke teilweise instabil aussieht. Ein hier positionierter Pinger (Lawinensuchgerät) konnte vom trockenen Forscherteam von draußen angepeilt werden. Die Position der Peilung stimmte überraschend gut mit der Vermessung der Gänge überein und ergab eine Überdeckung von ca. 6m.

Die Überraschung bezüglich der Vermessungsqualität beruht auf den problematischen Vermessungsbedingungen. Im Bachgang, bei einer Deckenhöhe (über Wasser) von oft nur 30-40cm, ist eine Präzisionsvermessung schwierig. Auf den Tauchstrecken, bei Sichtweiten von weniger als 1m, wird es noch schlechter. Die eingesetzten Messinstrumente müssen komplett wasserdicht sein. Verwendet wurden elektronische Tauchcomputer und ActionCams mit integriertem Kompass. Die Messqualität der eingesetzten Geräte ist normalerweise eher für die grobe Orientierung gedacht.
Siehe dazu auch Vermessung, weiter unten.

Von der Dachkammer führt ein breiter Gang steil nach unten, in eine große Halle, ca. 20x25m mit einer geschätzten Deckenhöhe von 15-20m. Der Hallenboden besteht aus großen bis riesigen Versturzblöcken und liegt ca. 14m über dem Wasserspiegel. In weiten Bereichen ist ein Kellerbereich unterlagert, der durch Spalten zwischen den Blöcken erreicht werden kann, bis zu 7m tiefer liegt und neben Kriechgängen auch größere Räume bietet.

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180° Panorama-Ansicht (W-N-O) der Großen Halle, Eingang in Bildmitte

Wie die Vermessung – zu unserer Überraschung – zeigte liegt der ganze Bereich der Großen Halle direkt über dem Bachgang.

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Neben der Vermessung wurden auch Kleintier-Skelette dokumentiert und Proben für die Speläo-Biologie genommen.

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Das Oberflächenteam versucht parallel zu diesen Arbeiten einen trockenen Eingang in die höher liegenden Bereiche zu finden. In der näheren Umgebung gibt es einige kleine Höhlen und ein paar vielversprechende geologische Formationen. Die Suche blieb bisher leider ohne Erfolg.

Die Arbeiten gehen auf jeden Fall weiter, es bleibt sehr spannend!

Eine Kooperation von Speläogruppe Letmathe (SGL) und Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH)

Fotos: Tom Schäder, Stephan Schild

Höhlentauchgang in der Attendorner Kalkmulde

In einer Kooperation von Speläogruppe Letmathe (SGL) und Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) wurde am 3. Dezember 2016 eine Quellhöhle im Bereich der Attendorner Kalkmulde erkundet. Bei Tauchgängen im Jahr 1985 wurde eine ungemütlich enge Tauchstrecke von ca. 25m mit einer daran anschließenden luftgefüllten größeren Kammer dokumentiert.

Der alten Führungsleine folgend gelangen wir schnell in diesen Raum. Hier gibt es gleich die erste positive Überraschung. Die alte Beschreibung „größere Kammer“ hat uns nicht ansatzweise auf die Realität vorbereitet.

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Staunend stehen wir in einer ca. 5m hohen Sinterhalle mit 7m Breite und einer Länge von über 12m. Wenn jetzt noch die „vielleicht über Wasser mögliche Fortsetzung“ ähnlich positiv aussieht …

Die Sinterhalle endet im Norden in einer sehr engen, unpassierbar erscheinenden Spalte unter Wasser. Trotz der durchtretenden Strömung ist die Sicht innerhalb von Sekunden nahe Null. Nach kurzem Suchen finden wir aber weiter vorne eine abzweigende Spalte die aus dem Wasser herausführt. Sie ist mit Tauchausrüstung nicht passierbar, aber nach Ablegen der Ausrüstung passt einer der Taucher durch das enge Loch. Direkt dahinter folgt der nächste große Raum. Notfalls können wir uns und unsere Tauchausrüstung hier durchschieben um weiter zu kommen.
Das motiviert neue Versuche an der Unter-Wasser Engstelle:  wenn man es schafft hier durchzukommen werden weitere Vorstöße deutlich einfacher. Nach mehreren Fehlversuchen „ich habe schon deine Luftblasen gehört“ oder „diesmal konnte ich schon deine Füße sehen“ gelingt es dann endlich dem zweiten Taucher sich rückwärts durch die Spalte zu schieben.

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Die kleine Spalte unten in der Wand ist die Gangfortsetzung Flussaufwärts. Über Wasser ist es hier zu eng, aber als Taucher taucht man einfach so weit ab bis die Spalte passierbar breit wird. Nach wenigen Metern Tauchstrecke kommt man in einen langen Gang dem man ca. 50m weit schwimmend folgen kann.

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Nach einer weiteren Tauchstrecke und einigem Suchen nach der Fortsetzung unter Wasser geht es flussaufwärts weiter in die nächste Schwimmstrecke. Hier wird der Gang deutlich größer. Lehmhalden führen aus dem Wasser, die Deckenhöhe steigt von 0,5-1,0m schnell auf deutlich über 5m. In 100-110m Entfernung vom Eingang stehen wir schließlich in einer Tropfsteinhalle.

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Hier ist leider unsere Zeit für diese Erforschung abgelaufen. Die letzte Videolampe geht auf Stromsparmodus, alle mitgebrachten Führungsleinen sind verlegt, die Druckluftflaschen sind auf dem geplanten Reservedruck für den Rückweg und es wird so langsam doch ein wenig kalt, trotz Neoprenanzug. Abgesehen von der trockenen Engstelle schwimmt oder taucht man halt immer im 8° kalten, relativ trüben Wasser.

Nach 3 Stunden und 15 Minuten wird die Erkundung dieser hochinteressanten Höhle auf offener Strecke beendet. Wir werden aber sicher wiederkommen: um weiter zu forschen, aber auch um die bisher gefundenen Gänge zu vermessen und ordentlich zu dokumentieren.

Überraschend neue Höhle im Sauerland gefunden

In den von Grauwacke und Tonschiefer beherrschten Honsel-Schichten ist  verkarstungsfähiger Kalkstein nur in geringer Ausdehnung zu finden. Doch gerade in diesen Kalklinsen hat die Natur oft zahlreiche Höhlengänge geformt, die wie im Klutertberg in Ennepetal oder dem Hardtberg in Wuppertal in Summe mehrere Kilometer erreichen können. Dass diese Kalklinsen gefunden werden, hängt meist vom Zufall ab. Wie vor einigen Tagen im sauerländischen Altenaffeln, als sich ganz im Osten der Honsel-Schichten bei einer Baumaßnahme plötzlich ein Zugang in die Unterwelt auftat. Nachdem klar wurde, dass es sich um eine Höhle handelt, wurde ähnlich wie zuletzt in Kierspe https://akkhev.wordpress.com/2016/05/02/neuentdeckung-in-kierspe/ der bekannte Ennepetaler Höhlenforscher Stefan Voigt hinzugezogen, der direkt über 50 Meter der neuen Höhle befahren konnte.

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Blick nach draußen – kaum mehr als einen Meter unter der Grasnarbe wurde der Eingang zur Höhle gefunden. Foto: U. Brämer / AKKH

Am letzten Samstag erfolgte durch eine Gruppe des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V. eine weitere Befahrung. Nachdem ein erster Teil der Höhle vermessen und fotodokumentiert wurde, konnte weiteres Neuland entdeckt werden, so dass die Höhle jetzt eine Ganglänge von ca. 100 Metern aufweist.

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Die Höhle weist eindrucksvolle Laugformen und wie so oft in den Honsel-Schichten eine labyrinthartige Struktur auf, was die Vermessung aufwändiger macht. Foto: U. Brämer / AKKH

Nach den Ergebnissen der  Vermessung ist im  Bereich der Baugrube eine Stabilisierung erforderlich. Die Höhle kann aber erhalten bleiben.

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Die typischen Fossilien der Riffe des oberen Mitteldevons sind in der Höhle zahlreich vertreten. Foto: U. Brämer / AKKH
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Auch verschiedenste Versinterungen sind vorhanden. Foto: U. Brämer / AKKH

Die Eigentümer werden der Höhle nun ihren Namen geben. Der Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. übernimmt die Betreuung und wird die Höhle weiter vermessen und erforschen. An mehreren Stellen können sich noch Fortsetzungen ergeben.

 

Löwenspring, Unter-Wasser Forschung

Nachdem am 13. November 2015 der renaturierte „Löwenspring“ feierlich eingeweiht wurde (siehe zugehöriger Bericht), begann die Erforschung der Hauptquelle durch Höhlentaucher des AKKH.

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Die Panoramaansicht zeigt rechts die Hauptquelle (als Fotomontage) und etwas links der Mitte die unbetauchbar kleine Nebenquelle. In mehrstündiger Unterwasser-Arbeit gelang es im Dezember, den Eingang der Hauptquelle so weit freizuräumen, dass ein Taucher hineinpasst und auch wieder gut heraus kommt (was natürlich noch viel wichtiger ist).

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Hinter dem Eingang befand sich zur großen Überraschung der Taucher aber erst einmal keine Quelle sondern nur ein scheinbar endlos langer Stollen, der fast bis zur Decke mit Sediment aufgefüllt war. Nur im Deckenbereich floss das Quellwasser mit einer beachtlichen Strömungsgeschwindigkeit.

In mehreren Tauchaktionen gelang es, Meter für Meter, das Sediment aufzugraben und durch die Strömung aus dem Gang herausspülen zu lassen. So konnte der Stollen auf eine Länge von 30m freigegraben werden. Lästig bei diesen Tauchgängen war, neben einer ungemütlich kalten Wassertemperatur von 10°C, dass man in dem knapp 60 cm breiten und ähnlich hohem Gang nicht wenden kann.

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Im Bild kann man neben der linken Druckluftflasche erkennen, dass der Gang im unteren Bereich eine hellere, bräunliche Wandfarbe hat und im oberen Bereich fast schwarz ist. Dies zeigt die Höhe der freigegrabenen Schlammfüllung an.

Nach 30m endet der Gang in einer etwas größeren Kammer, mit Abmessungen von 1,15m Breite, 1,80m Länge und einer Höhe von 1,50m. Im hinteren Drittel befindet sich im Boden die eigentliche Quelle. Bei niedrigem Wasserstand bildet sich an der Decke eine 5-10 cm hohe Luftblase. Hier können die Taucher, mit etwas Geschick, gemeinsam auftauchen und sich kurz besprechen, wie weiter gearbeitet werden soll.

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Wenn man bedenkt, dass diese Quellkammer vor dem Jahr 1850 gebaut wurde und dann darüber ein ca. 20m hoher Bahndamm aufgeschüttet wurde, ist die Decke in einem beeindruckend guten Zustand!

Gang und Quellkammer wurden vermessen und dokumentiert. Bei den beengten Platzverhältnissen war das nicht einfach, die Bedingungen unter Wasser haben es wirklich spannend gemacht.

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Zum Abschluss folgt hier noch ein Blick aus dem Gang in die Quellkammer und ein Blick von oben senkrecht in die Quelle.

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Neben der historischen Bedeutung des Stollens ist er auch unter biologischen Aspekten sehr interessant: Es finden sich hier sehr viele Wassertiere, von Insektenlarven über typische Quellbewohner bis hin zu Höhlentieren. Häufige Funde sind z.B. Bachflohkrebse (Gammarus), Höhlenwasserasseln (Proasellus), Strudelwürmer (Dugesia), Ringelwürmer (Oligochaeta), Quellschnecken (Bythinella), Quellerbsmuscheln (Pisidium), Köcherfliegenlarven (Trichoptera), Schneckenegel (Glossiphonia), Höhlenflohkrebse (Niphargus) und Steinfliegenlarven (Plecoptera). Regelmäßig begleitet uns bei den Tauchgängen auch eine Forelle, die dann meist in der Quelle abwartet bis wir wieder verschwinden.

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Das Ergebnis der Vermessung ist als interaktives 3D-Modell unter dem folgenden Link zu sehen (Hinweis: das Laden kann etwas länger dauern!):

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Im Westen was neues – Fortsetzung in der Tiefen Hardthöhle

Eine Höhlenbefahrung bei sommerlichen Temperaturen liefert nicht nur ein angenehme Abkühlung, sondern ist auch eine gute Gelegenheit, die durch die hohe Temperaturdifferenz verstärkte Bewetterung zu nutzen, um nach Neuland zu suchen. So wurde an diesem Wochenende am Ende des Westgangs in der Tiefen Hardthöhle an einer spürbar luftführenden Stelle gegraben. Früher als erwartet, konnte ein dort vorhandener Lehmpfropfen entfernt und weiter vorgedrungen werden. Vom Hauptgang geht fast rechtwinkelig  ein weiterer Gang ab, aus dem die Luft strömt. Beide Gänge sind jedoch sehr schmal, so dass das weitere Vordringen mühsam werden wird. Ein Video von „ganz vorne“ zeigt Einblick in das Neuland.

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Voller Einsatz im Schatten der Schwebebahn – In den neu gefundenen Gängen ist der Lehm zwar trocken, doch der Weg dorthin wird von feuchtem Lehm dominiert, wie unschwer zu erkennen ist.

100 Meter Grenze in der Tiefen Hardthöhle abzusehen

Nachdem wir vor zwei Wochen die Neuentdeckungen im westlichen Bereich der Tiefen Hardthöhle vermelden konnten, wurde dieser Teil am letzten Samstag auf einer Gesamtlänge von 60 Metern vermessen. Gleichzeitig arbeiteten sich Höhlenforscher auf der vom Hardtstollen gegenüber liegenden Seite in südöstlicher Richtung voran. Auch dort zieht ein vielversprechender, stark bewetterter Gang aufwärts. Die dort tätigen Forscher mussten dabei den Unterschlaz gegen einen Neoprenanzug tauschen, denn der anstehende Lehm ist fast flüssig. Zumindest konnte unter diesen Bedingungen zügig gefördert werden, so dass am Ende des Tages der Gang auf etwa 15 Metern befahren werden konnte und beträchtliche Meter Neuland bereits einzusehen sind. 100 Meter Gesamtlänge dürften schon bei dem nächsten Einsatz der Höhlenforscher vom Arbeitskreis Kluterthöhle erreicht werden. Es bleibt spannend am Hardtberg in Wuppertal.

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Der von einem Höhlenbach durchflossene Gang ergießt seinen lehmigen Inhalt in den Hardtstollen. Foto: Günter Lintl
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Die Helden des Tages in Schlaz und Neopren. Foto: Günter Lintl
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Foto: Günter Lintl
Hardtstollen, Wuppertal, AKKH, Lehmspülen
Foto: Günter Lintl

Sensation im Hardtberg – Tiefe Hardthöhle wächst zur Mittelhöhle an

Die bislang nur als 5 m Kleinhöhle bekannte Tiefe Hardthöhle im Stollen unter der Hardt in Wuppertal konnte durch mehrere Einsätze in den letzten Wochen auf nunmehr etwa 60 m erforscht werden. Am Samstag, den 18. April gelang dabei mit der Befahrung eines Hauptgangs in westlicher Richtung der bislang größte Schritt für die Höhlenforscher vom Arbeitskreis Kluterthöhle. Durch einen Seiteneinstieg über einen engen Schacht konnte der Hauptgang Richtung Stollen auch von der zweiten Seite erweitert werden, so dass nun auch ein direkter Zugang vom Hardtstollen möglich ist. Dazu erklärt der Vorsitzende des AKKH Stefan Voigt: „Was nun wie ein leichter Erfolg aussieht, ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen überhaupt die Betreuung und die Forschungserlaubnis für dieses Objekt zu bekommen. Dabei zahlt sich die kontinuierliche, jahrzehntelange Arbeit des Arbeitskreises aus, mit der wir uns das Vertrauen der offiziellen Stellen in der Region erarbeitet haben. Wenn ich zudem an einige Projekte der letzten Jahre denke, wie dem Rasenmäher-Erdfall in Gummersbach und dem Hackerloch in Ennepetal war es mehr als verdient und überfällig, auch mal auf ausgedehnte offene Gänge zu stoßen.“

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An mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten sich die Höhlenforscher vom Stollen aus weiter in den Hardtberg vor. Foto: Günter Lintl

Eine Besonderheit der Tiefen Hardthöhle ist, dass Sie bis zum Anschnitt durch den Tunnelvortrieb vor knapp 50 Jahren – nur ein Wimpernschlag für ein Höhlenleben – unter Wasser stand. Entsprechend sind die meisten Gänge am Boden hoch mit nassem, klebrigem Lehm bedeckt.

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Ob die Höhlenforscher hier über die Gangprofile oder andere Größen berichten, ist nicht abschließend geklärt. Die Verschmutzung der Schlaze lässt zumindest die üppige Lehmverfüllung erahnen. Foto: Günter Lintl

Für weitere Entdeckungen wäre es wünschenswert, dass sich die Höhle über den ehemaligen Karstwasserspiegel hinaus öffnet, um auf weniger verlehmte Gänge zu stoßen. Der neue Hauptgang gab durch seinen leichten, stetigen Anstieg dazu zunächst Anlass zur Hoffnung. Doch vorerst endet der Gang in einer fast vollständigen Lehmverfüllung. Bewetterung im Gang werten die Höhlenforscher als Indiz dafür, dass es noch weiter geht.

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Der Ausbau des Stollens dient derzeit als „Ersatzboden“ für die dort nicht mehr vorhandene Sohle. Foto: Günter Lintl
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Einige Nebengänge sind so eng, dass Man(n) sie nur unter größter Mühe befahren kann. Dass der AKKH dort als Kompensation junge Nachwuchsforscher einsetzt, ist jedoch nur ein Gerücht. Foto: Günter Lintl

Im Stollen konnte nun auch mittels Versorgung durch ein mobiles Stromaggregat die Beleuchtung in Betrieb gesetzt und die geplante Säuberung der Kalksteinwände vorbereitet werden.

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Die Beleuchtung des Stollens lässt seine Ausdehnung erst richtig erahnen. Foto: Günter Lintl

Arbeiten im Rasenmähererdfall abgeschlossen

Nach über 15 Monaten und unzähligen Wochenendeinsätzen  und fast 17 Meter Teufe,  von denen 14 Meter (etwa 120 Tonnen Material) von Hand abgeteuft wurden, sind die Arbeiten am Rasenmähererdfall Ende Oktober beendet wurden.

Schon seit der ersten Jahreshälfte ging die Förderung aufgrund des langen und inzwischen immer mehr deformierten Schachts zunehmend langsamer.  Gegen Ende konnten wir pro Arbeitseinsatz nur noch eine knappe Tonne Material fördern.

Mitte Oktober zeigte sich langsam, das eine Förderung so nicht mehr sinnvoll war. Die Seilfahrten verbrauchten einen Grossteil der Zeit, so dass selbst eine Person vor Ort  bequem die Eimer füllen konnte.

Die Schachtringe verkanteten sich beim Nachrutschen zunehmend, bildeten grosse Zwischenräume und da wo sie wider zusammen kamen, bildeten sie einen starken Versatz. Durch die erhebliche Querbelastung rissen mehrere Schachtringe.

Am 2013-10-14 waren dann die Vorzeichen, dass es so nicht mehr weiter geht, unübersehbar: erst hatten wir durch ungeschickte Nutzung eines Vibrationsstampfers einen Standfuß unseres Dreibeins verbogen.

Dann begann die Winde aufgrund eines Defektes am Magnetschalter nach Lust und Laune die Fahrtrichtung zu wechseln. Dabei kippte ein Eimer voller Lehmwasser und gab dem Schachtposten einen für Höhlenforscher angemessenen Braunton. Dann stürzte ein Eimer voller Lehm mit vielleicht 25 kg Gewicht durch einen abreissenden Henkel in den Schacht. Der Eimer wurde von einer zu genau diesem Zweck eingebauten Schachtklappe aufgehalten, so das der Schachtposten darunter unversehrt blieb. Die aus Gerüstbohlen gefertigte Schachtklappe war danach aber Kleinholz, was ein mulmiges Gefühl hinterliess.

Derweil Sackte der Schacht anfangs gar nicht mehr weiter ab. Im Zuge der Grabungen sackte die Platte dann wie geplant weitere 50 cm nach unten. Allerdings zog sich dabei die Lücke im Schacht weiter auseinander bis ein Ring mit lautem Knall absackte und mit 45 Grad Schräglage hängen blieb. Ein sehr großer Tertiärhohlraum war zu sehen.

Das waren dann auch für unerschrockene Höhlenforscher genug Fingerzeige, dass es hier so nicht weitergeht.

Am folgenden Wochenende Hatte sich der Hohlraum unter der Platte dann von von 1,10 auf sage und schreibe 0,60 Meter verkleinert . Die Wände waren inzwischen so weich, dass sie die Platte wohl nicht mehr halten konnten. Die Schachtringe waren noch weiter auseinandergegangen, holten aber noch. Am Schachtkopf war nur der Lehm nicht aber die Ringe gesackt . 

Glücklicherweise brauchten wir daher nur 1,25 m² Splitt um den unteren Hohlraum unter der Platte zu verfüllen.  Den Rest haben wir dann um den Schachtkopf verteilt (1 m² Schotter und 0,75 m² Splitt).

Dann haben wir die Baustelle abgeräumt . Die Sackung soll über den Winter verfolgt werden, im Frühjahr werden wir das Gelände abschliessend sichern und renaturieren.

Wir danken den Inhabern des Gartens, in dem wir 15 Monate gewühlt haben, für die Engelsgeduld!

Grabungen an der Ebbinghauser Höhle

IMG_7170Die Ebbinghauser Höhle ist mit knapp unter 500 Metern vermessener Ganglänge so eben kein „Grossschluf“. Das fuchst uns erheblich, weil Teile der Höhle vor der Vermessung durch Bauarbeiten zerstört wurden.

Über die letzten Monate konnten wir jedoch eine Einigung mit dem Grundstücksseigentümer über weitere, ausgedehntere Forschungsarbeiten erzielen.

Am ersten Juli Wochenende ging es los. Freitags rückten wir mit Bagger und Radlader an. Samstag nachmittag war bei 60 m³ bewegter Erde und -7 m Teufe klar: hier gibt es keinen Fels. Obwohl wir uns nur wenige Meter nördlich des Endversturzes befanden, der etwa auf gleicher Höhe wie unsere Grabung lag, was nur Mutterboden zu sehen.

Schade.