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Festakt „40 Jahre Arbeitskreis Kluterthöhle e.V.“

Am Mittwoch, den 30.11.2016, fand im Geopark-Center in Ennepetal der Festakt zum vierzigjährigen Jubiläum des gemeinnützigen Arbeitskreises Kluterthöhle e. V. statt. Etwa 100 Gäste waren an diesem Abend der persönlichen Einladung des Vereins gefolgt. (Alle Fotos: Günter Lintl)

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Detlef Wegener aus dem AKKH-Vorstand moderierte durch den Abend. Vordere Reihe v.l.n.r: Stellvertretende Landrätin Sabine Kelm-Schmidt, Bürgermeisterin Imke Heymann, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld Bodo Bongen.

Nach der Eröffnung durch den Moderator folgten Grußworte durch die Erste Stellvertretende Landrätin des Ennepe-Ruhr-Kreises Sabine Kelm-Schmidt, die Ennepetaler Bürgermeisterin Imke Heymann,  Dr. Volker Wrede für den Geopark Ruhrgebiet und den Geologischen Dienst NRW sowie Alexander Platte vom VDHK.

Der 1. Vorsitzende des AKKH Stefan Voigt führte durch 40 erfolgreiche Jahre Höhlenforschung, Natur- und Umweltschutz.

Dem Anlass entsprechend wurden die 4 verbliebenen Gründungsmitglieder des Vereins geehrt.

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Bereits vor 40 Jahren waren Renate Hülsenbeck, Lothar Kruse, Rolf-Holger Lehmann und Günter Lintl (v.l.n.r.) dabei als der Verein gegründet wurde. Sie wurden geehrt von Stefan Voigt (2.v.r.)

Anschließend wurde als Jubiläums-Veröffentlichung ein Buch über die Kückelhauser Kluterthöhle vorgestellt. https://akkhev.wordpress.com/2016/12/01/neu-erschienen-die-kueckelhauser-kluterthoehle-in-hagen/

Zum Abschluss des gelungenen Festaktes zeigte Günter Lintl historische Fotos aus den Anfangsjahren des Arbeitskreises Kluterthöhle e. V.

 

 

 

Geotop und Höhlenpark Ziegenburg freigelegt

Die meisten Höhlen bleiben aus guten Gründen für Besucher verschlossen und zeigen sich nur mit mehr oder weniger gut versteckten Eingangstoren. Selten besteht die Gelegenheit, auch von außen Phänomene der Verkarstung, Tektonik, Geologie und Petrografie zu beoabchten. Dies wird nun am Hang der 2015 und 2016 neu entdeckten Ziegenburghöhlen in Wuppertal durch die Freilegung der Gesteinswand realisiert.

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Nur wenig  war von den Gesteinsschichten bislang am Hang der Ziegenburghöhlen zu sehen

Nachdem das Gelände durch den AKKH von der Stadt Wuppertal gepachtet wurde, konnte als weiterer Schritt im Rahmen einer geförderte Maßnahme die Freilegung des Geotops und damit des ca. 385 Millionen Jahre alten Riffes beauftragt werden.

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Schweres Gerät – mit großem Geschick geführt – ist erforderlich, um den Hang freizulegen

An dem Hang unterhalb der Ziegenburg befindet sich die einzige Stelle am Hardtberg, wo der Kalkstein – hier bedingt durch den Einschnitt vom Neuenteich – direkt aufgeschlossen ist. Auf der nördlichen (im Bild linken) Seite befindet sich die Ziegenburghöhle I mit einer Sandsteinschicht, die die Decke der Höhlengänge bildet sowie dem darunter liegenden Kalkstein. Die in der Höhle nach Süden (rechts) führenden Gänge enden abrupt in einem verstürzten Bereich, der im Bild halblinks gut zu erkennen ist. Erst einige Meter weiter südlich (in Bildmitte) beginnt wieder eine stabile Gesteinsschichtung mit Kalkstein und darüber liegendem Sandstein. Ganz rechts findet man im Liegenden wieder Sandstein.

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Freie Sicht auf den Hang und die einzelnen Schichtglieder sowie deren Zustand

Die Ziegenburghöhle I hat derzeit eine Ganglänge von 52 m und verläuft mit einem Hauptgang Richtung Nordosten, der, stark bewettert aber enger werdend, noch auf seine Bezwinger wartet. Mehrere Seitengänge führen bis zum Versturz Richtung Südosten.

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Direkt über dem Tor der Ziegenburghöhle I ist die Sandsteinschicht zu erkennen. Sie bildet die Decke des Ganges, der direkt hinter dem hier zu sehenden Gestein liegt. Rechts unten die verkarstete Wand eines Höhlenganges, der dort nicht mehr erhalten ist.

Die Ziegenburghöhle II ist dem verstürzten Bereich etwas vorgelagert und besteht aus einem kurzen, erhalten gebliebenen Gang im Kalkstein. Durch die Freilegung ist der Gang bzw. die Höhle nun auch zum Teil von außen zu erkennen. Der Gang endet im weiteren Verlauf in einer kleinen Kammer, die von Blockwerk umgeben ist. Hier konnte im Sommer eine starke Bewetterung mit hohem CO2-Anteil festgestellt werden.

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Den Höhlengang der Ziegenburghöhle II kann man auf dem ersten Meter nach der Freilegung jetzt auch von außen sehen
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Umgeben von Sandsteinblöcken wären am Ende der Ziegenburghöhle II weitere Explorationsbestrebungen gewiss unklug. Der Bereich kann jedoch jetzt über die Ziegenburghöhle III umfahren werden.

Im wieder stabilen südlicheren Bereich wurde in diesem Jahr die Ziegenburghöhle III aufgegraben. Sie ist im Vergleich zur Höhle I leider fast vollständig verlehmt. Ein bereiter Gang führt dort nach Osten. Richtung Nordosten verläuft ein Gang entlang der Schnittstelle zwischen dem stabilen und dem gebrochenen Bereich, der derzeit aufgegraben wird. Hier besteht nun auch Ruf- und Luftverbindung zur Höhle II.

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Die Ziegenburghöhle III setzt direkt am Rand der stabilen und stark zerlaugten Kalksteinschicht an.

Das Gesamtbild aus den vorhandenen und ehemaligen Höhlengängen lässt die für den Hardtberg bzw. die Oberen Honsel-Schichten typische labyrinthische Struktur von Höhlengängen erkennen. Es gibt keinen Grund, warum diese nicht weiter in den Berg ziehen sollten…

NRW beschließt Biotopschutz für Höhlen

Am heutigen Mittwoch wurde das neue Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) mit den Stimmen der Fraktionen von SPD und GRÜNE im Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen verabschiedet. Sozusagen im letzten Moment ist dabei der Schutz von Höhlen als Biotope in das Gesetz aufgenommen worden – denn der von der NRW-Landesregierung vorgelegte Gesetzesentwurf hatte diese Forderung der NRW-Höhlenforscher und der Umweltverbände BUND, LNU und NABU nicht berücksichtigt. Doch die Volksvertreter der Regierungsfraktionen im Umweltausschuss standen den guten Argumenten der Naturschützer offen gegenüber und haben für die 2. Lesung die Änderung in das Plenum eingebracht. Damit können – wie schon bis 2007 nach dem Landschaftsgesetz – Höhlen in NRW wieder als Biotope unter Schutz gestellt werden. Ein Erfolg für die Tiere und deren Lebensräume, die im Verborgenen blühen und nur selten von der Öffentlichkeit beachtet werden.

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Fledermäuse – ja klar – aber auch andere Tiere wie hier Meta menardi, die Große Höhlenspinne, wollen geschützt sein

Eine weitere, für die Höhlenforscher interessante Neuerung im LNatSchG ist die rechtliche Grundlage dafür, nun auch in NRW Nationale Naturmonumente nach § 24 Abs. 4 BNatSchG auszuweisen. Damit können Höhlen von herausragender Bedeutung als Nationale Naturmonumente geschützt werden.

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Durch 385 Millionen Jahre alte Korallen- und Stromatoporenriffe wandeln – die Kluterthöhle in Ennepetal – eine heiße Kandidatin als Nationales Naturmonument

Überraschend neue Höhle im Sauerland gefunden

In den von Grauwacke und Tonschiefer beherrschten Honsel-Schichten ist  verkarstungsfähiger Kalkstein nur in geringer Ausdehnung zu finden. Doch gerade in diesen Kalklinsen hat die Natur oft zahlreiche Höhlengänge geformt, die wie im Klutertberg in Ennepetal oder dem Hardtberg in Wuppertal in Summe mehrere Kilometer erreichen können. Dass diese Kalklinsen gefunden werden, hängt meist vom Zufall ab. Wie vor einigen Tagen im sauerländischen Altenaffeln, als sich ganz im Osten der Honsel-Schichten bei einer Baumaßnahme plötzlich ein Zugang in die Unterwelt auftat. Nachdem klar wurde, dass es sich um eine Höhle handelt, wurde ähnlich wie zuletzt in Kierspe https://akkhev.wordpress.com/2016/05/02/neuentdeckung-in-kierspe/ der bekannte Ennepetaler Höhlenforscher Stefan Voigt hinzugezogen, der direkt über 50 Meter der neuen Höhle befahren konnte.

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Blick nach draußen – kaum mehr als einen Meter unter der Grasnarbe wurde der Eingang zur Höhle gefunden. Foto: U. Brämer / AKKH

Am letzten Samstag erfolgte durch eine Gruppe des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V. eine weitere Befahrung. Nachdem ein erster Teil der Höhle vermessen und fotodokumentiert wurde, konnte weiteres Neuland entdeckt werden, so dass die Höhle jetzt eine Ganglänge von ca. 100 Metern aufweist.

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Die Höhle weist eindrucksvolle Laugformen und wie so oft in den Honsel-Schichten eine labyrinthartige Struktur auf, was die Vermessung aufwändiger macht. Foto: U. Brämer / AKKH

Nach den Ergebnissen der  Vermessung ist im  Bereich der Baugrube eine Stabilisierung erforderlich. Die Höhle kann aber erhalten bleiben.

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Die typischen Fossilien der Riffe des oberen Mitteldevons sind in der Höhle zahlreich vertreten. Foto: U. Brämer / AKKH
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Auch verschiedenste Versinterungen sind vorhanden. Foto: U. Brämer / AKKH

Die Eigentümer werden der Höhle nun ihren Namen geben. Der Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. übernimmt die Betreuung und wird die Höhle weiter vermessen und erforschen. An mehreren Stellen können sich noch Fortsetzungen ergeben.

 

Eins, zwei, drei – Neue Höhlen im Wuppertaler Hardtberg

Der Hardtberg in Wuppertal beheimatet mit den über 4 km langen Hardthöhlen (obere, untere, unterste) die längste Höhle des Rheinlandes. Eine neue Dynamik erhielt die Höhlenforschung am Hardtberg, als die Höhlenforscher des AKKH im letzten Jahr die Betreuung des Hardtstollens übernehmen konnten.  Die in den 1960-er Jahren durch den Stollenbau angefahrene Tiefe Hardthöhle konnte 2015 von ursprünglich 5 Metern auf über 100 Metern erforscht werden. Damit verbunden waren weitere Erkenntnisse über den geologischen Aufbau des Hardtberges, so dass sich der Fokus auch auf eine bislang wenig beachtete Gesteinswand auf der elberfelder Seite richtete.

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Nur wenig Erdreich musste entfernt werden, um an der ersten Stelle eine Höhle zu finden. Foto: Marco Herrmann

Im September 2015 konnte bereits bei der ersten Grabung an einer aussichtsreichen Stelle eine Höhle entdeckt werden. Diese zieht über einen Hauptgang Richtung Osten in den Berg. An 3 Stellen gehen Gänge rechtwinkelig etwa Richtung Süden ab. Insgesamt beträgt die Ganglänge bereits ca. 70 Meter. Der Hauptgang ist spürbar bewettert. Da das Gestein die darüber liegende „Ziegenburg“ trägt, erhielt die Höhle den Namen Ziegenburghöhle.

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Mitten in der Großstadt reihen sich die Eingänge der Ziegenburghöhlen aneinander. Foto: Günter Lintl

Eine erhoffte Fortsetzung der Ziegenburghöhle I parallel zur Hardtstraße endet hinter einem Versturz vermutlich an einer Störung. Daher wurden dahinter am Hang zwei weitere aussichtsreiche Stellen geöffnet. Dort machen jedoch die eingedrungenen Höhlenlehme das Weiterkommen schwierig. In der Ziegenburghöhle II, die derzeit 8 Meter lang ist, weist vererzter, roter Lehm, der zum Teil steil geschichtet ist, auf die nahe Störung hin. Die Ziegenburghöhle III, die am 2. Januar mit 7 Metern Höhenstatus erreichte, verfügt dagegen über eine horizontale Laugdecke mit eben geschichtetem Lehm. Ob beide miteinander verbunden sind, ist derzeit noch offen.

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Der Kalkstein über dem Eingang der Ziegenburghöhle III zeigt schon außerhalb der Höhle eindrucksvolle Laugformen und Fossilien.  Foto: Günter Lintl

Mit Hilfe der Galabau Voigt GmbH konnten die drei Höhlen jeweils zeitnah verschlossen und damit gesichert werden.

Fortsetzung folgt…

Höhlenfunde am Döppersberg

Bei der Meldung von Höhlenfunden am Döppersberg dürfte der eine oder andere Leser geneigt sein, sich zu vergewissern, dass diese Nachricht nicht vom 1. April stammt. Immerhin ist der Döppersberg im Zentrum von Wuppertal-Elberfeld umfangreich bebaut und das auch mit einem Tiefbunker und dem ehemaligen Fußgängertunnel in die Tiefe. Bei dem nun stattfindenden, nicht ganz unumstrittenen Umbau handelt es sich um eine der größten Baumaßnahmen, die derzeit in Nordrhein-Westfalen abgewickelt wird. Damit verbunden ist eine mehrjährige Komplettsperrung und Tieferlegung der durch die Talachse laufenden Bundesstraße 7.

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Baufeld am Döppersberg Mitte Juni: Mit der Verlegung der Abwasserleitungen wird in etwa der tiefste Punkt erreicht. Foto: G. Lintl

Am Döppersberg befindet sich Gestein der Oberen Honseler Schichten aus der Zeit des oberen Mitteldevons. Diese Schicht wird vornehmlich von Tonschiefern und Grauwacken gebildet, die einen mehr oder minder hohen Kalkgehalt haben können. Daneben treten auch Einlagerungen von reinem Kalk auf, die aus Korallen- und Stromatoporenriffen entstanden sind. Gerade diese lokalen Kalklinsen sind oft sehr stark verkarstet und haben Höhlen gebildet. In den gleichen Oberen Honseler Schichten liegen in nur ca. 1,5 km Entfernung vom Döppersberg mit den Hardthöhlen immerhin die längsten Höhlen des Rheinlands. Trotzdem soll gutachterlich erklärt worden sein, dass sich am Döppersberg keine Höhlen befinden. In Anbetracht der vorgenannten Gegebenheiten eine sicherlich steile These. Auch der Glaube, dass sich südlich der Wupper keine Höhlen gebildet haben, ist geologisch nicht begründbar. Ein Beispiel ist die bereits vor langer Zeit zerstörte Zwergenhöhle an der Kluse.

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Am Südhang der Baugrube unterhalb der ehemaligen Bahndirektion wird der Kalkstein von Tonschiefer überlagert. Foto: G. Lintl

Mit der weiteren Vertiefung der Baugrube wurde von einem aufmerksamen Mitglied des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V. registiert, dass Kalkstein angeschnitten worden war. Auch wurde der vermehrte, unplanmäßige Verbrauch von Flüssigbeton bekannt, der im Untergrund die gesetzten Anker verfestigen soll. Unter Vermittlung des Umweltressorts der Stadt Wuppertal durften zwei Mitgliedern des AKKH am 19. Juni die Baustelle zur Höhlensuche betreten. Zur Überraschung der Bauleitung wurde zunächst am südlichen Hang der Baugruppe unterhalb der ehemaligen Bahndirektion eine erste Höhle entdeckt.

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Der Zugang zur Döppersberghöhle I war zunächst nur unscheinbar. Foto: G. Lintl
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Durch Einsatz von schwerem Gerät wurde das Portal schnell vergrößert. Foto: G. Lintl

Schnell wurde klar, wohin der Flüssigbeton verschwunden war. Trotzdem war noch eine Höhle mit Laugformen und Tropfsteinen erhalten geblieben, die vermessen und als Döppersberghöhle I in das Höhlenkataster aufgenommen wurde.

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Aufgrund des geringen Kaltgehalts im Hangenden ist der Tropfsteinschmuck nur bescheiden ausgebildet. Foto: G. Lintl

Eine zweite, tiefer gelegene Höhle (Döppersberghöhle II) wurde im Bereich der neu verlegten Abwasserleitungen entdeckt. Der Lehm zeigte hier, dass das Objekt bei höherem Wasserstand von der Wupper geflutet wurde. So konnte zum ersten Mal eine Höhle mit direkter hydrologischer Verbindung zur Wupper entdeckt werden. Weitere Laugformen im Kanalbereich zeigten, dass auch diese Höhle ursprünglich länger war.

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Auch die Döppersberghöhle II wurde erst durch die Höhlenforscher vom AKKH erkannt. Foto: G. Lintl
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Gut erkennbar sind das Gangprofil und die Laugformen. Foto: G. Lintl

Beide vom AKKH entdeckten Höhlen waren sicherlich vormals länger und standen möglicherweise in Verbindung. Eine intensivere Erforschung war im laufenden Baubetrieb nicht möglich. Mittlerweile sind durch den weiteren Baufortschritt auch die dokumentierten Teile zerstört. Immerhin hatte die Stadt dem AKKH auf Anfrage die Möglichkeit eröffnet, die Höhlen vor der Überbauung aufzunehmen und zu dokumentieren. Die Zerstörung der Höhlen war unter den gegebenen Umständen aufgrund der Überbauung unvermeidbar. Im Höhlenkataster werden die Höhlen als Döppersberghöhle I und II aufgenommen – entdeckt und zerstört im Jahre 2015.

Kluterthöhle – Wiederentdeckung der Fossilien

Der Kluterthöhle wurde ihr Tropfsteinschmuck durch die Jahrhunderte fast völlig geraubt. Die vielen Fossilien sind dagegen zum großen Teil erhalten geblieben. Im Zuge der Installation einer neuen LED-Beleuchtung sind nun auch Staub und Schmutz entfernt worden und selbst die Experten staunen über Anzahl und Vielfalt der Fossilien des oberen Mitteldevons. Am Freitag, den 6. März findet die offizielle Eröffung des ersten Teilstückes im neuen Glanze statt und ab dem nächsten Samstag verlaufen dort auch wieder Führungen.

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Auch Fossilien sind wie hier in der linken Bildmitte vereinzelt herausgebrochen worden.
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In der Totalen ist der Fossilienreichtum gut zu erkennen.

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Schlosshöhle in Schwelm – Pressekonferenz am 03.12.14 im Haus Martfeld

Anfang des Jahres wurde in Schwelm an der Bahntrasse zwischen Wuppertal und Hagen eine Höhle entdeckt, die aufgrund der Nähe zum Haus Martfeld den Namen Schlosshöhle erhielt. Mit 19 m nicht besonders lang, erweist sich die Schlosshöhle aufgrund einer Vielzahl eingelagerter Mineralien als bunte Zauberwelt.

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Mittlerweile konnte die Höhle in enger Zusammenarbeit zwischen der Unteren Landschaftsbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises, dem gemeinnützigen Arbeitskreis Kluterthöhle e.V., der Deutschen Bahn AG und der Firma Voigt GmbH unter Schutz gestellt und gesichert werden.

Der Verein für Heimatkunde Schwelm e.V. und der Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. laden alle Pressevertreter und Interessierten für Mittwoch, den 03.12.14 um 17 Uhr zu einer Pressekonferzenz mit Lichtbildvortrag in das Haus Martfeld, Martfeld 1, 58332 Schwelm, ein.

Das Hackerloch im Klutertberg

Den früheren Generationen hat es der verhöhlte Klutertberg in Ennepetal sicher einfacher gemacht. Denn weder in der Kluterthöhle, noch in der Bismarkhöhle musste viel gegraben und Lehm transportiert werden. Anders ist es beim Hackerloch. Nach langen Grabungen war es den Höhlenforschern des Arbeitskreis Kluterthöhle zumindest im März gelungen, einen nicht vollständig verlehmten Gang als Abzweig vom Hauptgang zu finden. Dieser – mittlerweile Zwergengang genannt – erwies sich jedoch nach Entfernung des Lehmes als nur 3 m lang und unter Mühen befahrbar. Er endet – wie konnte es anders sein – in einem vollständig verlehmten Bereich, der zunächst weiter erschlossen werden muss.

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Blick durch den Zwergengang in Richtung Hauptgang. Eine Befahrung ist nur auf der Seite liegend möglich.

Doch nicht nur hinter dem Zwergengang wird gegraben, sondern auch der Hauptgang wird parallel weiter bearbeitet. Die hier durchziehende starke Bewetterung mit hohem Gehalt an Kohlendioxid stimmt optimistisch. Eine Mischung aus Blockwerk, Lehm und kleinsten Hohlräumen macht das Fortkommen jedoch äußerst mühsam und immer wieder sind Ausbauten erforderlich.

Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später (Wilhelm Busch)

Tag des Geotops 2014 – Steinbruch am Zuckerberg und Hardthöhle

Zum diesjährigen Tag des Geotops am dritten Sonntag im September hatten sich die Mitglieder des Arbeitskreis Kluterthöhle etwas besonderes vorgenommen. Denn zum ersten Mal wurden zwei Veranstaltungen parallel angeboten.

Los ging es um 10 Uhr an der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal, wo in der Kappelle des Haus Martfeld die Fossiliensammlung besucht und fachkundig erklärt wurde. Anschließend wurden die Besucher über die Stadtgrenze nach Ennepetal zum ehemaligen Steinbruch am Zuckerberg geführt. Dort hatten die Teilnehmer die Gelegenheit unter Anleitung Fossilien im Riffkalkstein zu suchen und zu sammeln. Obwohl auf 25 Teilnehmer begrenzt, hatten sich insgesamt etwa 50 Personen eingefunden, denen eine Teilnahme ermöglicht wurde.

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Einweisung der Teilnehmer an der Hardthöhle in Wuppertal

Das Gros der Höhlenforscher des Arbeitskreises befand sich in Wuppertal. Fast schon traditionell öffnete dort der Arbeitskreis Kluterthöhle in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal auch in diesem Jahr das Tor zur Hardthöhle. Diesmal wurde in vier Gruppen ausschließlich der untere Teil der Hardthöhle befahren. Auch hier konnten insgesamt über 50 Personen durch die sonst nicht für Besucher zugängliche Höhle geführt werden.

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Auch Kriechstellen hatten die Besucher zu bewältigen

Durch den Einsatz von insgesamt 18 Mitgliedern konnten bei beiden Veranstaltungen insgesamt über 100 Besucher beim diesjährigen Tag des Geotops betreut werden.