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Wupperputz und neue Höhlenmeter im Hardtstollen

Am Samstag, den 21. März, waren die Wuppertaler zum jährlichen „Wupperputz“ aufgerufen und auch der gemeinnützige Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. beteiligte sich durch Sammlung von Müll am Hardtufer und in dem dortigen Hardtstollen. Der Hardtstollen ist über Jahrzehnte nicht entmüllt worden, so dass einiges zusammen kam. Auch am Grünstreifen des Hardtufers wurde gesammelt. Dort wurden reihenweise ausgediente Elektrogeräte wie etwa alte Computermonitiore gefunden.

Ein Video zum „Wupperputz“ der Höhlenforscher ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=OXaA4zqIsSE

Um den Müll zur nähstgelegenen Sammelstelle zu bringen, hatte die Firma Galabau Voigt GmbH aus Ennepetal ein LKW zur Verfügung gestellt.

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Bis aus Aachen und dem Rhein-Sieg-Kreis kamen bei typisch wuppertaler Wetter Mitglieder des AKKH zum Wupperputz.

Als die vielen freiwilligen Helfer entlang der Wupper bei der „Putzparty“ oder schon zuhause waren, gingen die Höhlenforscher auf Suche nach Höhlen-Neuland im Stollen wieder ihrer eigentlichen Leidenschaft nach. Dazu wurde der Metallverbau im Bereich der Kalksteinschicht und die dahinter liegende Gesteins- und Lehmverfüllung entfernt.

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Nur mit Vorsicht kann der Metallverbau einzeln entfernt werden.

Hinter dem Verbau kam ein größerer natürlicher Hohlraum zum Vorschein, der sich durch schmale Gänge in verschiedene Richtungen fortsetzt. Insgesamt konnten ca. 8 Meter Neuland befahren werden und ein Höhlengang ist bereits auf ca. 10 Metern einzusehen. Dieser muss für weitere Befahrungen noch von Lehm bereit werden. Spannende Neuentdeckungen sind auch zukünftig im Hardtberg zu erwarten.

Die tiefe Hardthöhle im Hardtstollen

Das Hardthöhlensystem in Wuppertal-Barmen bestehend aus der oberen, unteren und untersten Hardthöhle ist mit einer Gesamtlänge von über 4 km die längste Höhle des Rheinlandes und wird seit Jahren vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. (AKKH) betreut. Der Hardtberg bietet jedoch auch weitere Besonderheiten wie den Hardtstollen am Wupperufer. Zu Zeiten des „Kalten Krieges“ wurde dieser Stollen tief in den Berg getrieben, um dort ein Kavernenkraftwerk zu errichten, das jedoch nie realisiert wurde. Beim Vortrieb wurde nicht nur der für die Honseler Schichten typische Schiefer, sondern auch Kalkstein durchfahren. Schon länger ist bekannt, dass dabei eine Kleinhöhle – die tiefe Hardthöhle – angeschnitten wurde.

Erst kürzlich wurde durch eine vertragliche Vereinbarung zwischen den Wuppertaler Stadtwerken, der Stadt Wuppertal und dem AKKH die Betreuung des Hardtstollens auf die Höhlenforscher übertragen. Kaum war die Tinte unter dem Vertrag getrocknet, erfolgte bereits der erste Arbeitseinsatz, bei dem auch damit begonnen wurde, die tiefe Hardthöhle und weitere aussichtsreiche Stellen freizulegen.

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Die tiefe Hardthöhle befindet sich hinter dem Ausbau des Stollens und muss erst freigelegt werden.

In den nächsten Wochen und Monaten dürften noch weitere Befahrungen erforderlich sein, um dem Stollen seine speläologischen Geheimnisse zu entlocken.

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Die meisten Wände sind mit Bohrstaub bedeckt. Doch an einzelnen Stellen sind bereits sehr gut erhaltene Fossilien zu sehen.

18 September: Führung zum Tag des Geotops

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Am 18 September fand der „Tag des Geotops“ statt. Im Auftrag der Stadt Wuppertal sollte der Arbeitskreis Klutherthöhle eine Führung durch die „untere Hardhöhle“ organisieren. Dabei wirde davon ausgegangen, dass aus Sicherheits- und Höhlenschutzgründen eine Gruppe von höchstens 20Persohnen geführt werden könne.

Einige wochen vor dem Termin gab es bereits 200 Anmeldungen, am 18. September waren es dann über 400 PErsonen, die teilnehmen wollten. Der Arbeitskreis konnte 4 Führungen ermöglichen und so 80 Bürgern die Gelegenheit geben, die Hardthöhle zu besichtigen.

Umweltschutzaktion

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Den August/September haben wir genutzt, um einen Teil der vom Verein betreuten Höhlen zu „pflegen“. Das bedeutet vor allem, kübelweise Unrat und Scherben aus den Höhlen zu schaffen.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit wie viel Mühe Mitmenschen abfälle aller Art durch ein 15 cm grosses Fledermausloch stopfen. Insbesondere schaufelweise Flaschenscherben ganiert mit ein Paar Spritzen von Junkies, lassen bei jedem Höhlenforscher Sehnsucht nach einem schön slammigen Schluff statt dieser Sauerrei aufkommen.

Bunkerforschung

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Diverse vom Arbeitskreis bereute Höhlen wurden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zu Luftschutzräumen umgebaut.  Den Sommer haben wir genutzt, um eine etwas umfangreichere Besichtigung durchzuführen.

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Bemerkenswert war ein sicher 1.6m langer Stalagmit, der innerhalb der letzten zwei Jahre entstanden sein muss. Leider haben wohl die Luftverwirbelungen und Temperaturschwankungen unserr Befahrung dazu geführt, dsas er einige Minuten nach unserem Eintreffen zu bonden stürzte und in tausend Stücke zersprang.

Mal wieder ein Beleg, dass „schon singuläre befahrungen zu irreperabelen Schäden führen“ können.