Geotop und Höhlenpark Ziegenburg freigelegt

Die meisten Höhlen bleiben aus guten Gründen für Besucher verschlossen und zeigen sich nur mit mehr oder weniger gut versteckten Eingangstoren. Selten besteht die Gelegenheit, auch von außen Phänomene der Verkarstung, Tektonik, Geologie und Petrografie zu beoabchten. Dies wird nun am Hang der 2015 und 2016 neu entdeckten Ziegenburghöhlen in Wuppertal durch die Freilegung der Gesteinswand realisiert.

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Nur wenig  war von den Gesteinsschichten bislang am Hang der Ziegenburghöhlen zu sehen

Nachdem das Gelände durch den AKKH von der Stadt Wuppertal gepachtet wurde, konnte als weiterer Schritt im Rahmen einer geförderte Maßnahme die Freilegung des Geotops und damit des ca. 385 Millionen Jahre alten Riffes beauftragt werden.

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Schweres Gerät – mit großem Geschick geführt – ist erforderlich, um den Hang freizulegen

An dem Hang unterhalb der Ziegenburg befindet sich die einzige Stelle am Hardtberg, wo der Kalkstein – hier bedingt durch den Einschnitt vom Neuenteich – direkt aufgeschlossen ist. Auf der nördlichen (im Bild linken) Seite befindet sich die Ziegenburghöhle I mit einer Sandsteinschicht, die die Decke der Höhlengänge bildet sowie dem darunter liegenden Kalkstein. Die in der Höhle nach Süden (rechts) führenden Gänge enden abrupt in einem verstürzten Bereich, der im Bild halblinks gut zu erkennen ist. Erst einige Meter weiter südlich (in Bildmitte) beginnt wieder eine stabile Gesteinsschichtung mit Kalkstein und darüber liegendem Sandstein. Ganz rechts findet man im Liegenden wieder Sandstein.

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Freie Sicht auf den Hang und die einzelnen Schichtglieder sowie deren Zustand

Die Ziegenburghöhle I hat derzeit eine Ganglänge von 52 m und verläuft mit einem Hauptgang Richtung Nordosten, der, stark bewettert aber enger werdend, noch auf seine Bezwinger wartet. Mehrere Seitengänge führen bis zum Versturz Richtung Südosten.

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Direkt über dem Tor der Ziegenburghöhle I ist die Sandsteinschicht zu erkennen. Sie bildet die Decke des Ganges, der direkt hinter dem hier zu sehenden Gestein liegt. Rechts unten die verkarstete Wand eines Höhlenganges, der dort nicht mehr erhalten ist.

Die Ziegenburghöhle II ist dem verstürzten Bereich etwas vorgelagert und besteht aus einem kurzen, erhalten gebliebenen Gang im Kalkstein. Durch die Freilegung ist der Gang bzw. die Höhle nun auch zum Teil von außen zu erkennen. Der Gang endet im weiteren Verlauf in einer kleinen Kammer, die von Blockwerk umgeben ist. Hier konnte im Sommer eine starke Bewetterung mit hohem CO2-Anteil festgestellt werden.

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Den Höhlengang der Ziegenburghöhle II kann man auf dem ersten Meter nach der Freilegung jetzt auch von außen sehen
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Umgeben von Sandsteinblöcken wären am Ende der Ziegenburghöhle II weitere Explorationsbestrebungen gewiss unklug. Der Bereich kann jedoch jetzt über die Ziegenburghöhle III umfahren werden.

Im wieder stabilen südlicheren Bereich wurde in diesem Jahr die Ziegenburghöhle III aufgegraben. Sie ist im Vergleich zur Höhle I leider fast vollständig verlehmt. Ein bereiter Gang führt dort nach Osten. Richtung Nordosten verläuft ein Gang entlang der Schnittstelle zwischen dem stabilen und dem gebrochenen Bereich, der derzeit aufgegraben wird. Hier besteht nun auch Ruf- und Luftverbindung zur Höhle II.

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Die Ziegenburghöhle III setzt direkt am Rand der stabilen und stark zerlaugten Kalksteinschicht an.

Das Gesamtbild aus den vorhandenen und ehemaligen Höhlengängen lässt die für den Hardtberg bzw. die Oberen Honsel-Schichten typische labyrinthische Struktur von Höhlengängen erkennen. Es gibt keinen Grund, warum diese nicht weiter in den Berg ziehen sollten…

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